A.5.29 Recht und Wirtschaft TFO

FACHCURRICULUM  RECHT UND WIRTSCHAFT 

Technologische Fachoberschule - Fachrichtung Bauwesen 2.Biennium

Ziele

Im Fach Recht und Wirtschaft erweitern die Schülerinnen und Schüler das im 1. Biennium erworbene Grundlagenwissen und erwerben fachliche Kenntnisse zu den verschiedenen zivilrechtlichen Schwerpunkten, in politischer Bildung und in baurechtlichen Teilbereichen. Sie werden befähigt, gesellschaftlichen Anliegen und rechtlichen Problemstellungen in verantwortungsbewusster Weise zu begegnen, weiters entwickeln sie ein differenziertes Rechtsempfinden und eignen sich die fachlichen Grundlagen für eine Berufstätigkeit im technischen Bereich an. Die Verknüpfung von Theorie und Praxis im 2. Biennium befähigt die Schülerinnen und Schüler sich berufliche Ziele, auch im Hinblick auf ein weiterführendes Studium, zu setzen.

Kompetenzen am Ende des 2.Bienniums 

Die Schülerin, der Schüler kann

  • einfache zivilrechtliche Fragestellungen mit seiner Erfahrungswelt verknüpfen, Lösungsansätze selbstständig erarbeiten und verschiedene Rechtsquellen zielführend erschließen
  • die Autonomie Südtirols als Modell des Zusammenlebens verschiedener Volksgruppen erfassen, um als mündiger Staatsbürger die Südtiroler Gesellschaft mitzugestalten
  • die gesellschaftspolitische Bedeutung des Baurechts als Steuerungsinstrument erkennen und in verschiedenen baurechtlichen Teilbereichen praxisbezogene Lösungsansätze finden

Didaktische und methodische Hinweise in Bezug auf die Bewertung

Die Bewertung berücksichtigt die verschiedenen Kompetenzbereiche und Fertigkeiten, wie sie von den Rahmenrichtlinien des Landes vorgesehen sind, stützt sich auf schriftliche, grafische, mündliche und/oder praktische Leistungserhebungen und andere geeignete Bewertungselemente und nutzt geeignete Methoden und Instrumente. Die Bewertungen beziehen sich auf Leistungen, Lernergebnisse und Lernprozesse und stützen sich auf regelmäßige Leistungserhebungen und kontinuierliche Beobachtungen des Arbeitsprozesses der Schülerinnen und Schüler. Die Lernzielkontrolle erfolgt dementsprechend durch schriftliche und mündliche Leistungskontrollen und Durchführung von Team- bzw. Gruppenarbeiten bzw. Kurzreferaten in der Klasse. Der Arbeitseinsatz, dazu zählen auch die Arbeitsaufträge in der Klasse, wird als gleichwertige Bewertungsgrundlage herangezogen. Beurteilt werden auch die Regelmäßigkeit der Teilnahme am Unterricht, eine saubere und sorgfältige Heftführung und das regelmäßige Mitführen der Lernunterlagen. Das Ergebnis der Überprüfung der Lernrückstände aus dem ersten Semester fließt in die Bewertung mit ein.

 

 

Alle Beobachtungselemente während des gesamten Schuljahres werden gleich gewichtet: Gewichtung: alle "1"

 

 

 

Bewertung des Lernfortschritts: wird berücksichtigt Individueller Bildungsplan: wird berücksichtigt Mitarbeitsnote: kann vergeben werden

 

 

Bewertungskriterien: Kompetenzbereiche und Kompetenzen

  • Textverständnis und Fachwissen
  • richtige und präzise Ausführung der Arbeitsaufträge
  • genaues Erfassen der Fragestellung
  • Vollständigkeit der Antworten
  • Logik in der Gedankenführung und der Sachstruktur
  • fächerübergreifende Ausführung und Erkennen von rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen
  • logischer Aufbau und Argumentation der Antworten (fachlich korrekte Argumentationsfähigkeit)
  • Darlegung der Inhalte anhand einer korrekten Fachsprache
  • Anwendung der theoretischen Inhalte auf praktische Beispiele
  • Selbständiges Auffinden von rechtlichen Bestimmungen und deren Übertragung auf konkrete Sachverhalte
  •   Angemessene Interpretation von Rechtsquellen und wirtschaftlicher Daten

 

2. Biennium

3. und 4. Klasse

Lerninhalte der 3. Klasse
Fertigkeiten Kenntnisse
die Rechtswirkungen der Eheschließung, -trennung und -scheidung aufzeigen und der eheähnlichen Lebensgemeinschaft gegenüberstellen Grundlagen des Familienrechts Verwandschaft, Eheschließung, -scheidung, -trennung, eheähnliche Lebensgemeinschaft, Eltern-Kind-Verhältnis, Rechte und Pflichten
die Vor- und Nachteile der gesetzlichen und testamentarischen Erbfolge erklären, die Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit einem Todesfall aufzeigen Grundlagen des Erbrechts Grundbegriffe der Erbfolge, gesetzliche und testamentarische Erbfolge, Pflichtteilsrechte, Erbteilung, Schenkung
die Bedeutung des Eigentumsrechtes erkennen und die Enteignung als gesellschaftspolitisches Instrument erfassen, die Auswirkungen von dinglichen Rechten an fremden Sachen aufzeigen,
sich im Grundbuchs- und Katasterwesen zurechtfinden
Grundlagen des Sachenrechts Grundbegriffe, Eigentum und Besitz, Nutzungs- und Garantierechte, Enteignung, Grundbuch und Kataster, 
die rechtlichen Grundlagen von Schuldverhältnissen aufzeigen, die wichtigsten Verträge unterscheiden, Rechte und Pflichten der Vertragspartner gegenüberstellen Grundlagen des Schuldrechts Grundbegriffe Schuld- und Vertragsrecht, Erfüllung/Nichterfüllung/Verzug/Schadenersatz, Kauf/Tausch, Miete/Pacht, Werkvertrag/Arbeitsvertrag/atypische Arbeitsverhältnisse, Versicherungsvertrag 
Funktion und Aufbau der öffentlichen Verwaltung erklären, Rechtsmittel gegen fehlerhafte Verwaltungsakte benennen und Möglichkeiten für Anträge und Eingaben aufzeigen Grundlagen des Verwaltungsrechts  
die rechtlichen Rahmenbedingungen für öffentliche Ausschreibungen beschreiben und die damit verbundenen Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung herleiten Öffentliche Arbeiten  
die Italienische Verfassung hinsichtlich der Grundprinzipien, der Rechte und Pflichten der Staatsbürger und der Staatsorgane analysieren Grundlagen des Verfassungsrechts  
die geschichtliche Entwicklung der Autonomie Südtirols darstellen, die Bedeutung der Autonomie für den Minderheitenschutz erfassen, die Organe der Autonomen Provinz und deren Aufgaben beschreiben Grundlagen des Autonomierechts der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol  
die Aufgaben und Organe der wichtigsten europäischen und internationalen Organisationen beschreiben Grundlagen zu den europäischen und internationalen Organisationen  
die besondere Bedeutung der Raumordnung für die Südtiroler Realität erfassen und die damit verbundenen Steuerungsinstrumente kritisch betrachten Raumordnung  
die Vorteile der primären Gesetzgebungsbefugnis in der Wohnbauförderung erkennen und die Auswirkungen der Sozialbindung darlegen Geförderter Wohnbau  

Lerninhalte

2. Biennium

3. und 4. Klasse

Lerninhalte der 4. Klasse
Fertigkeiten Kenntnisse
die Rechtswirkungen der Eheschließung, -trennung und -scheidung aufzeigen und der eheähnlichen Lebensgemeinschaft gegenüberstellen Grundlagen des Familienrechts  
die Vor- und Nachteile der gesetzlichen und testamentarischen Erbfolge erklären, die Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit einem Todesfall aufzeigen Grundlagen des Erbrechts  
die Bedeutung des Eigentumsrechtes erkennen und die Enteignung als gesellschaftspolitisches Instrument erfassen, die Auswirkungen von dinglichen Rechten an fremden Sachen aufzeigen,
sich im Grundbuchs- und Katasterwesen zurechtfinden
Grundlagen des Sachenrechts  
die rechtlichen Grundlagen von Schuldverhältnissen aufzeigen, die wichtigsten Verträge unterscheiden, Rechte und Pflichten der Vertragspartner gegenüberstellen Grundlagen des Schuldrechts  
Funktion und Aufbau der öffentlichen Verwaltung erklären, Rechtsmittel gegen fehlerhafte Verwaltungsakte benennen und Möglichkeiten für Anträge und Eingaben aufzeigen Grundlagen des Verwaltungsrechts Aufbau, Aufgaben und Grundsätze der öffentlichen Verwaltung, Verwaltungsakt, Verwaltungs- und Rechtsbeschwerden
die rechtlichen Rahmenbedingungen für öffentliche Ausschreibungen beschreiben und die damit verbundenen Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung herleiten Öffentliche Arbeiten Rechtsgrundlagen für öffentliche Arbeiten, Überblick: von der Vergabe bis zur Abnahme der Arbeiten
die Italienische Verfassung hinsichtlich der Grundprinzipien, der Rechte und Pflichten der Staatsbürger und der Staatsorgane analysieren Grundlagen des Verfassungsrechts Entstehung, Aufbau und Merkmale/Grundprinzipien der italienischen Verfassung, Grundrechte und -pflichten, Wahlsysteme, Verfassungsorgane: Aufbau, Aufgaben und Zusammenwirken
die geschichtliche Entwicklung der Autonomie Südtirols darstellen, die Bedeutung der Autonomie für den Minderheitenschutz erfassen, die Organe der Autonomen Provinz und deren Aufgaben beschreiben Grundlagen des Autonomierechts der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol Südtirol nach 1918, Föderalismus, Region/Provinz: Organe und Aufgaben, der Proporz
die Aufgaben und Organe der wichtigsten europäischen und internationalen Organisationen beschreiben Grundlagen zu den europäischen und internationalen Organisationen Einteilung/Überblick der Organisationen, Italien in internationalen Bündnissen, u.a. VN, EU, WTO
die besondere Bedeutung der Raumordnung für die Südtiroler Realität erfassen und die damit verbundenen Steuerungsinstrumente kritisch betrachten Raumordnung Zielsetzung und Instrumente der Raumordnung, Zuständigkeiten der Provinz, rechtliche Grundlagen
die Vorteile der primären Gesetzgebungsbefugnis in der Wohnbauförderung erkennen und die Auswirkungen der Sozialbindung darlegen Geförderter Wohnbau Autonomierechtliche Grundlagen, Grundbedürfnis "Wohnen", Besonderheiten des geförderten Wohnbaus in Südtirol, "Ausverkauf der Heimat"