A.5.24 Philosophie RG

Fachcurricula Philosophie

2. Biennium und 5. Klasse

Ziele

Ziel des Philosophieunterrichts ist das Philosophieren lernen. Ausgehend von konkreten Problemen des individuellen und gesellschaftlichen Lebens setzen sich Schülerinnen und Schüler mit grundsätzlichen Fragen auseinander, die ihr Welt- und Selbstverhältnis berühren und unterziehen vorgefundene Deutungen grundlegenden Reflexionen. Aufgabe des Philosophieunterrichtes ist es, vermeintliche Gewissheiten in Frage zu stellen, systematisch nach Antworten zu suchen und mögliche Antworten zu prüfen. Die Schülerinnen und Schüler erwerben die Fähigkeit problemorientiert eigene Gedanken zu entfalten und kontroverse Standpunkte zu diskutieren. In Rückbindung an Denkerfahrungen der philosophischen Traditio und der Gegenwartsphilosophie klären sie gedanklich Sach-, Sinn- und Lebensfragen und gewinnen dadurch Hilfen für die eigene Orientierung im Denken und Handeln.
Im Philosophieunterricht erproben Schülerinnen und Schüler eine Haltung, die prinzipielle Offenheit und Toleranz mit der Bereitschaft zur begrifflich-argumentativen Orientierung verknüpft.
Der Rahmen der philosophischen Konzepte ist überwiegend die europäische Philosophie sowie die Philosophie der westlichen Welt in ihrer Tradition von der Antike bis heute.

Kompetenzen am Ende der 5. Klasse

Die Schülerin, der Schüler kann:

  • in Phänomenen und Situationen des persönlichen Erlebnishorizonts und der Lebenswelt philosophische Frage- oder Problemstellungen identifizieren, sie in Beziehung zu philosophischen Problemlösungen setzen und mögliche Bearbeitungsstrategien entwerfen und bewerten
  • ausgehend von verschiedenen Materialien über philosophische Probleme nachdenken und eigene Gedanken präsentieren und diskutieren
  • Situationen und Phänomene der Lebenswelt beschreiben, subjektive Erfahrungen, Intuitionen und Vorannahmen formulieren und sie in Beziehung zu philosophischen Fragen, Problemen und Disziplinen setzen
  • Begriffe analysieren, Gedankengänge und Argumentationen rekonstruieren und prüfen, eigene Argumentationen entfalten und sich mit eigenen und fremden Positionen auseinandersetzen
  • für eigene und fremde Gedankengänge verschiedene Ausdrucks- und Stilformen finden Orientierung, Autonomie und Verantwortlichkeit im eigenen Denken, Urteilen und Handeln gewinnen
  • wichtige philosophische Strömungen historisch verorten, voneinander unterscheiden und kennzeichnende Merkmale benennen

 

Didaktische und methodische Hinweise zur Bewertung

Bewertungen sind für Schüler wie auch für Lehrpersonen gleichermaßen als ein Instrument der Unterrichtskontrolle zu erachten. Im Philosophie-Unterricht werden unterschiedliche Arbeitsformen eingesetzt:

  • lehrerzentrierter Unterricht
  • Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten mündliche und schriftliche Äußerungen
  • Bearbeitung von Texten (Primärtexten, Quellen) durch Arbeitsfragen, Stellungnahmen, Um-schreiben von Texten durch Perspektivenwechsel Anfertigen von graphischen Darstellungen und Schaubildern
  • Interpretation von Statistiken und Graphiken Art und Häufigkeit der Leistungserhebungen
  • Die Fachgruppe legt darauf Wert, dass die Schüler regelmäßigen Leistungskontrollen, mündlich wie schriftlich, unterzogen werden, um eine
  • kontinuierliche Beschäftigung mit den im Unterricht behandelten Philosophen und Theorien zu fördern. Die ständige Auseinandersetzung mit den er-arbeiteten Lerninhalten stärkt den persönlichen Zugang und ermöglicht insgesamt bessere Leis-tungen.
  • Für schriftliche Kontrollen (bei Bedarf auch nicht angekündigt) werden die folgenden Formen ein-gesetzt: offene Fragen (auch kombinierte Tests bestehend aus beiden Fächern)
  • Multiple-Choice-Fragen themenzentriertes Argumentieren

Gewichtung

Prinzipiell werden alle Leitungserhebungen, mündlich wie schriftlich, als gleichwertig aufgefasst. Daher werden nur selten und stets aus besonderen Gründen und didaktischen Notwendigkeiten einzelne Noten anders gewichtet.

Individualisierende Maßnahmen

Um jedem Schüler gerecht zu werden, werden bei Bedarf individualisierende Maßnahmen, sowohl im Unterrichtsgeschehen wie auch bei den Leistungserhebungen, getroffen.

Mitarbeitsnote

Am Ende eines jeden Semesters kann der Fachlehrer eine Mitarbeitsnote vergeben, die sich aus folgenden Elementen ergibt:

  • Voraussetzung für die Arbeit im Unterricht ist das regelmäßige Mitführen der Arbeitsmaterialien des Schülers aktive und konstruktive Beteiligung am Unterrichtsgeschehen
  • Führen einer sauberen Mitschrift und pünktliche Abgabe von Arbeitsaufträgen und Hausarbeiten Bereitschaft sich fachliche Lerninhalte außerschulisch anzueignen und zu vertiefen
  • aktive Beteiligung an schulischen Veranstaltungen (verschiedenen Olympiaden usw.)

Bewertungskriterien: Kompetenzbereiche und Kompetenzen

  • Der Schüler hat die Problemstellung inhaltlich erfasst und hält sich bei der Lösung an die vorgegebenen Angaben. Die Beantwortung der Fragen zeigt Fachwissen.
  • Der Schüler kann Verbindungen zwischen den Fachbereichen herstellen. Der Ausdruck ist fachadäquat (Fachsprache, etc.).
  • Die Argumentation ist logisch-stringent-kohärent. Der Schüler zeigt Abstraktions- und Kritikfähigkeit.
  • Im digitalen Register werden folgende Kompetenzen bewertet: Darstellung von philosophischen Inhalten und Zusammenhängen
  • Themen, Fragestellungen und Inhalte selbständig erschließen und verstehen Philosophische Inhalte kritisch prüfen und auf neue Situationen anwenden Gedanken eigenständig entwickeln, begründen und präsentieren

Anmerkungen

Die Gesamtheit der Arbeitsergebnisse, die sich aus diesen Arbeitsformen ergeben, bildet die Grundlage für die Semesterbewertung. Dabei ist von einer grundsätzlichen Gleichwertigkeit mündlicher und schriftlicher Bewertungen auszugehen, wobei allerdings die quantitative Vertei-lung mündlicher und schriftlicher Bewertungen auch von Faktoren wie Klassengröße, Disponibilität der Schüler usw. abhängt. Die Endbewertung resultiert aus einer angemessenen Zahl von Einzelnoten, die gleichmäßig und zeitlich ausgewogen über das Semester verteilt sind. Sie ist nicht einfach das arithmetische Mittel aller Noten, sondern berücksichtigt Lernhaltung, Persönlichkeitsentwicklung des Schülers und die Endnote des ersten Semesters; sie ist rechtlich eine kollegiale Entscheidung aller Lehrer des Klassenrates unter Berücksichtigung der Kompetenzen, Fähigkeiten und Leistungen des Schülers.

Diese Kriterien gelten als Richtlinien zur Bewertung, innerhalb derer sich eine differenzierte und der individuellen Schülerpersönlichkeit gerechte Beurteilung zu bewegen hat. Lernerfolge sind also auch an der individuellen Bereitschaft der Schüler, an sich zu arbeiten und sich weiterzuent- wickeln, zu messen und zu bewerten, deshalb werden auch keine Stützkurse angeboten. Außerdem werden im digitalen Register nicht erfüllte Arbeitsaufträge und nicht gemachte oder nicht abgegebene Hausaufgaben und unvorbereitete Schüler vermerkt.

Die Bewertungselemente berücksichtigen die gesamte Persönlichkeit des Schülers und spiegeln seine individuelle Lernentwicklung wider. Somit ergibt sich die Semesterbewertung bzw. Endnote aus der Summe aller oben angeführten Kompetenzen.

Lerninhalte 2. Biennium

Fertigkeiten Kenntnisse Lerninhalte 4. Kl.
die Eigenart des Philosophierens aufzeigen und reflektieren Grundfragen und Disziplinen der Philosophie Einführung in die Philosophie (Begriff, Ursprünge, Grundfragen)
philosophische Themen und Fragestellungen in ihren Grundbegriffen erschließen, verstehen und anwenden philosophische Problembereiche und Disziplinen Überblick über die wichtigsten philosophischen Disziplinen (Fragen, Themen)
Worte bzw. Begriffe und ihre Bedeutung(en) sowie Zusammenhänge ermitteln und eingrenzen philosophische Grundbegriffe, Begriffs- und Urteilsanalyse, Definitionslehre Fachterminologie, Aristoteles (Organon)
philosophische Inhalte, Frage- und Problemstellungen in Materialien entdecken und herausarbeiten philosophische Methodenlehre und Textanalyse Fragmente der Vorsokratiker; Platon; Patristik, Machiavelli, René Descartes, Immanuel Kant
philosophische Theorien rekonstruieren, vergleichen und miteinander verknüpfen philosophische Strömungen und Autoren der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit Platon (Ideenlehre), Gottesbeweise, Empirismus
verschiedene Argumentationsformen und Beweisverfahren erkennen, bewerten und mündlich wie schriftlich anwenden Aussagenlogik, Syllogistik, Argumentationstheorie, Wahrheitstheorien Aristoteles (Syllogistik); Thomas von Aquin (Korrespondenztheorie)
Gedanken, Positionen, Situationen auf ihren jeweiligen Anspruch hin prüfen, begründete und folgerichtige Meinungen entwickeln sowie unterschiedliche Ausdrucks- und Stilformen anwenden grundlegende philosophische Ausdrucks- und Stilformen Fragment, Dialog, Wissenschaftsprosa, Disputatio
gesellschaftliche, ethische und individuelle Fragestellungen mit philosophischen Denkmodellen in Verbindung setzen und daraus Handlungsmöglichkeiten ableiten ausgewählte Themenbereiche der Ethik, der Politik, der Ästhetik und der Wissenschaftsphilosophie Sophisten (Politik), Aristoteles (Nikomachische Ethik), Utopien
sich mit unterschiedlichen Menschenbildern auseinandersetzen anthropologische Konzepte Platon, Menschenbild der Renaissance
verschiedene Staatskonzepte erkennen, bewerten und auf ihre politische Relevanz hin untersuchen ausgewählte Themenbereiche der Sozial- und Staatsphilosophie Platon (Politeia), Machiavelli, Jean-Jacques Rousseau

durch die Auseinandersetzung mit philosophischen Fragen, Problemen, Thesen und Argumentationen Hilfen für die eigene Orientierung im Denken und Handeln gewinnen

ausgewählte Themenbereiche der Metaphysik und Religionsphilosophie Aristoteles (Metaphysik)
sich mit philosophischen Persönlichkeiten in exemplarischer Weise auseinandersetzen ausgewählte Philosophen

Sokrates, Augustinus, Immanuel Kant

Übergreifende Kompetenzen

Referatsarbeit, Schwerpunkthema, Facharbeit, Diskussionsrunden, Fachsprache, Präsentationen, Mitarbeit, Philosophie als Basis für kulturelle und literarische Entwicklung, Entwicklung von Kritikfähigkeit, Recherche mit alten und neuen Medien, vergleichende Analyse kultureller Produkte und Entwicklungen

Lerninhalte 5. Klasse

Fertigkeiten Kenntnisse Lerninhalte 5. Kl.
philosophisch komplexe Themen und Fragestellungen erschließen, verstehen und auf neue Situationen übertragen ausgewählte Beispiele der Angewandten Ethik Utilitarismus    
Sprache in ihrer Bedeutung und ihren Funktionen erfassen Grundlagen der Sprachphilosophie linguistic turn
philosophische Inhalte, Frage- und Problemstellungen in Materialien entdecken und herausarbeiten philosophische Methodenlehre und Textanalyse Hermeneutik
philosophische Theorien rekonstruieren, vergleichen und miteinander verknüpfen philosophische Strömungen und Autoren der Neuzeit und Gegenwart Hegel, Comte
formale Strukturen von Argumentationen erkennen und auf eigene Überlegungen übertragen Logik, Argumentationstheorie Wittgenstein
Gedanken und Situationen prüfen und beurteilen sowie dazu begründete Positionen einnehmen und darlegen erweiterte philosophische Ausdrucks- und Stilformen Nietzsche
aktuelle gesellschaftliche, ethische und individuelle Fragestellungen mit philosophischen Denkmodellen in Verbindung setzen und daraus Hilfen für die eigene Orientierung im Denken und Handeln gewinnen lebensorientierende und ethische Positionen in der modernen Philosophie aktuelles, in den Medien diskutiertes Thema
philosophische Voraussetzungen und neue Einsichten der verschiedenen Humanwissenschaften reflektieren und sich mit deren impliziten Menschenbildern auseinandersetzen ausgewählte Bereiche der Philosophischen Anthropologie Existentialismus
politische Überzeugungen einordnen, hinterfragen, begründen und weiterentwickeln bedeutsame Positionen der Politischen Philosophie Marx
sich kritisch mit der Entwicklung und den Grundlagen der Wissenschaft auseinandersetzen zentrale wissenschaftstheoretische Positionen Carnap vs. Popper

Übergreifende Kompetenzen

Referatsarbeit, Schwerpunkthema, Facharbeit, Diskussionsrunden, Fachsprache, Präsentationen, Mitarbeit, Philosophie als Basis für kulturelle und literarische Entwicklung, Entwicklung von Kritikfähigkeit, Recherche mit alten und neuen Medien, vergleichende Analyse kultureller Produkte und Entwicklungen